Ekel

Ekel ist eine starke, instinktive Abwehrreaktion auf Reize, die wir als unangenehm, unrein oder potenziell schädlich empfinden – sei es körperlich oder moralisch. Er schützt uns, indem er Distanz schafft zu Dingen, die unsere Gesundheit oder unser Wohlbefinden gefährden könnten. Gleichzeitig ist Ekel auch kulturell und individuell geprägt. Ihn wahrzunehmen und zu hinterfragen, hilft uns, achtsam mit unseren Grenzen umzugehen – und gleichzeitig offen zu bleiben, wenn eine Situation Verständnis statt Abwehr verlangt.

Im Berufsleben ist Ekel selten Thema – und doch spürbar: etwa in Form von Widerstand gegenüber bestimmten Aufgaben, Verhaltensweisen oder Werten, die als „grenzüberschreitend“ empfunden werden. Gerade im sozialen, medizinischen oder psychologischen Bereich begegnet man Reaktionen, die bewusst wahrgenommen und reflektiert werden sollten – ohne sie vorschnell zu unterdrücken.

Führungskräfte profitieren davon, Ekel nicht zu werten, sondern zu verstehen: als Hinweis auf persönliche oder kulturelle Grenzen. Menschen erleben Ekel sehr unterschiedlich – was für den einen schwer auszuhalten ist, wirkt auf die andere Person neutral. Offenheit, Reflexion und das Gespräch darüber, was jemanden wirklich belastet, helfen, professionell und gleichzeitig menschlich mit diesem Gefühl umzugehen.

Was passiert im Körper?

Ekel aktiviert oft den Parasympathikus, aber auf eine unangenehme Weise: Magen und Darm reagieren, es kann zu Übelkeit, Muskelanspannung im Gesicht, flacher Atmung oder sogar einem Würgereflex kommen. Der Körper will das „Störende“ schnellstmöglich loswerden – auch emotional.

Wo spüren wir Ekel? Typisch sind Zusammenziehen im Bauch, Anspannung um Mund und Nase, manchmal Gänsehaut oder das Bedürfnis, sich abzuwenden. Moralischer Ekel kann sich auch als Kältegefühl oder innerer Widerstand im Brustbereich zeigen.