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Empathisch reagieren
Professionell reagieren in Extremsituationen
Führungskräfte sind oft die erste Anlaufstelle, wenn Teammitglieder mit belastenden oder sensiblen Themen wie Mobbing, Diskriminierung oder sogar sexueller Belästigung konfrontiert sind. In solchen Momenten zählt jede Reaktion: Unsicherheit oder unbedachte Worte können Vertrauen zerstören, während ein souveräner Umgang Sicherheit schafft. Als Führungskraft bist du nicht nur fühlender Mensch sondern auch in einer Rolle mit Verantwortung. Hektischer Aktionismus, Bagatellisieren oder Stillschweigen können verheerende Folgen haben. Für dich, aber auch für die beteiligten Personen. Deshalb ist es wichtig, konkrete Prozesse für schwierige Situationen zu kennen, Verantwortung zu übernehmen, aber auch eigene Grenzen zu stecken. Wie du grundsätzlich empathisch reagieren kannst, weißt du bereits (BEATS) . Da Fälle, wie Mobbing oder sexualisierte Übergriffe jedoch auch schnell juristisch relevant werden können, haben wir dir hier nochmal ganz konkrete Leitfäden für die wirklich ernsten Fälle erstellt.
ACHTUNG: Bitte mache dich zuerst damit vertraut, ob es bei euch im Unternehmen bereits einen Verhaltenscodex für diese Situationen gibt. Dann hat dieser natürlich stets Vorrang!
Hier findest du einen Fragenkatalog für Mobbing. Außerdem gibt es eine Checkliste für professionelles Verhalten bei sexualisierten Übergriffen. Lege sie dir gut auf dem Rechner oder in einem Ordner ab, wo du sie im Ernstfall zur Hand hast.
Falls dir ein derartiger Vorfall irgendwann gemeldet wird und du dich nicht direkt an den Ablauf erinnerst: Ruhe bewahren und im Notfall fragen, ob ihr das Gespräch etwas später nochmal aufnehmen könnt, weil es dir sehr wichtig ist, angemessen und mit klaren Gedanken auf das Thema zu reagieren.
„Mir ist es sehr wichtig das, was du mir eben erzählt hast, ernst zu nehmen und dich bestmöglich zu unterstützen. Können wir uns in einer Stunde in meinem Büro treffen und ganz in Ruhe darüber sprechen, damit das Thema den nötigen Raum bekommt? Bevor wir uns in einer Stunde treffen, brauchst du gerade etwas damit du dich gerade sicher fühlst? / Was brauchst du im Moment am dringendsten? / Soll jemand Vertrauenswürdiges dabei sein?“
Falls das nicht möglich ist, bewahre Ruhe, versuche dein Gegenüber erstmal nur emotional Aufzufangen und keine Versprechungen, Verurteilungen oder ähnliches auszusprechen. Folgende Tipps sind dabei sehr hilfreich:
- Essenziell: Validiere die Gefühle deines Gegenübers. Mit solchen Themen an dich heranzutreten, kann mit einem großen Leidensdruck und Ängsten bei der Person verbunden sein. ( „Ich kann verstehen dass…”, „Es war sicher nicht einfach, dich mir anzuvertrauen. Danke, dass du mir davon erzählt hast!)
- Weder mit Unglaube reagieren, noch blindlinks Stimmung gegen die Person machen, über die hier ggf. berichtet wurde. Suche nach einer Lösung, ohne Partei zu ergreifen. Es geht natürlich um Opferschutz, jedoch warst du nicht dabei. Bewerte das Gesagte weder als Fakt noch als Unwahrheit, sondern biete neutrale Unterstützung.
- Beobachte unbedingt, ob die Person emotional stabil genug ist, um das Gespräch zu verlassen. Halte auch Stille aus!
Souverän reagieren – proben für den Ernstfall
Die oben genannten Situationen gehören (hoffentlich) zu den Ausnahmefällen. Doch auch im Führungsalltag kann es kleine oder große Krisengespräche geben, auf die du dich nun vorbereiten kannst.
Nicht jeder Fall ist strafrechtlich relevant oder bedarf dem ganzen Ablauf aus den Checklisten. Zu entscheiden, welche Maßnahmen nötig sind, liegt jedoch in deiner Verantwortung. Wenn es dir schwer fällt, zwischen “kleinem Vorfall” und “Ernstfall” gut zu unterscheiden, hol dir immer eine externe (professionelle) Drittmeinung.
Übe jetzt mit deinen Checklisten, in dem du zuerst eine erdachte Situation mental durchspielst. Male dir dabei ein konkretes Szenario aus, in dem eine Person einen stark belastenden Vorfall bei dir meldet. (Mobbing im Team, eine schwere Diagnose, etc.). Wie reagiert die Person wohl? Wie würdest du dich nun verhalten? Was denkst du, wird dir schwer fallen? Wie würdest du reagieren, wenn die Reaktion “nach Lehrbuch” wäre? (Falls es dir partout nicht gelingt, dir mental Szenarien zu überlegen, dann skippe sie).